Ich möchte gern die Miete kürzen!

home-589985_640 (1)Es ist Winter. Der Wind pfeift nur so um die Häuser und leider auch direkt in sie hinein. Denn die Fenster sind ebenso undicht wie die Haustür. Regnet es viel, kann man zuschauen, wie das Wasser durch die Fensterrahmen ins Innere gelangt und für Schimmelbildung sorgt. Die Gaststätte im Erdgeschoss des Hauses birgt nicht nur eine tägliche Lärmbelästigung, sondern auch eine Geruchsbelästigung, da sie keine anständige Lüftung eingebaut hat. Was kann man tun?

Mietminderung

Es gibt viele Gründe, warum ein Mieter der Meinung ist, dass er die Miete kürzen darf. Doch mit dieser Maßnahme sollte man vorsichtig sein und sich zunächst einmal gut informieren. Es könnte sonst nach hinten losgehen. Grundsätzlich jedoch ist es richtig, dass der Mieter ein Anrecht auf eine mängellose Wohnung hat.

Um eine Recht auf Mietminderung zu haben, bedarf es eines anhaltenden Ausfalls der Heizungsanlage, hereinbrechendes Wasser durch die Fenster oder Schimmelbildung. Auch ein Aufzug oder der Warmwasserboiler haben generell zu funktionieren. Doch Achtung: Wenn der Vermieter sofort mit entsprechenden Maßnahmen zur Behebung der Mängel beginnt und diese in einem angemessenen Zeitraum abgeschlossen werden können, besteht keine Grundlage für eine Mietminderung. Daher ist, etwa bei einem Schimmelbefall oder einem Heizungsdefekt, zunächst ein Sachverständiger hinzu zu ziehen. Dieser schätzt die Schwere des Mängels ein. Aus seinem Bericht ergibt sich dann, ob und wieviel gemindert werden darf.

Wie wird die Höhe der Mietminderung berechnet?

Hierbei ist die Bruttomiete zu Grunde zu legen. Dies ist in den verschiedenen Urteilen des Bundesgerichtshofes (BGH) bestätigt worden. Auch bei der jährlichen Betriebskostenrechnung hat eine Mietminderung berücksichtigt zu werden.

Wann genau darf es zur Mietminderung kommen?

Wer nun denkt, dass er einen Teil der Miete einbehalten darf, weil an seinem Fenster ein größerer Wasserfleck aufgetreten ist, der täuscht sich. Denn um eine Mietminderung tatsächlich zu erhalten, ist ein erheblicher Mangel an der Wohnung und damit einhergehend eine Minderung der Wohnqualität notwendig. Wird etwa die Fassade in langwieriger Arbeit erneuert, sodass eine länger andauernde Lärmbelästigung ansteht, wäre dies ein Grund für eine Mietminderung, die in solchen Fällen sogar im Voraus bereits besprochen werden kann. Auch ein dauerhaft beschädigter Fahrstuhl, ist als Grund anzuerkennen.

Anders sieht es da bei Schimmelbildung aus. Denn dieser entsteht oft durch falsches Lüften der Mieter. Es ist also nachzuweisen, dass der Vermieter an der Schimmelbildung Schuld ist. Dies würde beispielsweise der Fall sein, wenn die Außenfassade eine größere Beschädigung aufweist. Dies wäre ein dringender Fall für den Sachverständigen.
Übrigens: Unberechtigte Mietminderungen können zu einer fristlosen Kündigung führen. Vielleicht ist dies der Grund, warum so wenig Mieter ihre diesbezüglichen Rechte in Anspruch nehmen.